Kunstperformance

 

 

Skulptur am Bürgerhaus

Kunstprojekt in Nordkirchen war nur kurz zu sehen

 

Text und Fotos: Karim Laouari, Ruhrnachrichten

 

Am Mittwoch haben die beiden Nordkirchener Gesamtschüler Hendrik Skirde und Julian Henke ein Kunstprojekt auf dem Platz vor dem Bürgerhaus eingerichtet. Nur einige Schüler und Passanten haben die Kunstinstallation gesehen, bevor sie wieder abgebaut wurde. Und das war auch gewollt.

 

Etwa ein Monat früher: Im Kunstunterricht arbeitet der Oberstufenkurs der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule (JCS) von Kunstlehrerin Claudia Seibert gerade an dem Thema Skulpturen. Aktueller Anlass sei unter anderem die Ausstellung „Skulptur-Projekte 2017“, die aktuell in Münster läuft, wie Claudia Seibert erklärt.

Ihre Schüler sollten nicht nur Kunstwerke kennenlernen, sondern auch eigene Werke schaffen. In 15 Zweierteams wurde der Kunstkurs eingeteilt. Der Arbeitsauftrag für jedes Schülerduo: Eine Skulptur erschaffen und im Umkreis der Schule aufstellen. Die Ergebnisse waren thematisch und in ihrer Darstellung sehr unterschiedlich. So bauten Schüler Verkehrsschilder für Tiere, kritisierten mit einer aufwendig geschweißten Vogelskulptur voller Müll mangelnden Umweltschutz oder gossen Würfel aus Beton.

 

Schüler kannten Bedeutung der Skulptur nicht

Hendrik Skirde und Julian Henke ließen sich von der neuen Skulptur am umgestalteten Platz zwischen Bürgerhaus und Gesamtschule inspirieren. „Wir hatten eigentlich keine Ahnung, welche Bedeutung die Skulptur hat“, sagt Hendrik Skirde.

Auf Anfrage unserer Redaktion sagt Bauamtsleiter Josef Klaas, dass die insgesamt zwölf Säulen vom Landschaftsarchitekturbüro Mersmann aus Krefeld aufgestellt wurden. „Eine künstlerische Erläuterung gibt es dafür nicht“, fügt Klaas hinzu. Das Objekt habe auch keinen Namen. Es sollte in erster Linie als Endpunkt für die Sichtachse zum Schloss fungieren. Dabei wollte man keine blickdichte, sondern eine transparente Skulptur schaffen, erklärt der Bauamtsleiter weiter.

Resonanz der Passanten sehr positiv

„Die zwölf Säulen spiegeln auch die große Wasserfontäne im Schlosspark wider“, wie Claudia Seibert erklärt. Diesen Aspekt wollten ihre Schüler aufgreifen – mit einer Performance, einer Aktionskunst. Mit Erlaubnis und Unterstützung der Gemeindeverwaltung installierten die beiden 17-Jährigen einen Wasserschlauch an einer der Säulen, um am Mittwochmittag für eine Stunde lang dort echtes Wasser sprudeln zu lassen, wo dieses sonst nur mit weißem Stahl angedeutet wird. „Die echte Fontäne“ hieß die Aktion, die von den „One Minute Sculptures“ des österreichischen Künstlers Erwin Wurm inspiriert wurde, wie die Kunstlehrerin sagt.

 

Nur einige Schüler und Passanten bekamen die Installation zu sehen, die Resonanz sei positiv gewesen, berichtet Julian Henke. Ein Passant lobte die Aktion der Schüler als „ganz tolle Idee“. Eine Ankündigung gebe es bei der der Performancekunst nicht, sagt Claudia Seibert. Man wisse auch nie so genau, ob das Projekt funktioniere oder nicht, fügt sie hinzu. Am Mittwoch hat alles geklappt und „nebenbei haben die beiden das Kunstobjekt vor dem Bürgerhaus erklärt“, lobt die Kunstlehrerin die Arbeit ihrer Schüler.

Ulrich Vomhof