Klasse 8d beim Gericht

Endlich vor Gericht!

 

Am Donnerstag, den 07.03.2019 besuchten wir, die Klasse die 8d, das Amtsgericht in Lüdinghausen – aber nicht als Angeklagte! In den Wochen zuvor hatten wir uns im Fach Gesellschaftslehre mit dem Thema „Jugend und Recht“ beschäftigt und bekamen jetzt einen unmittelbaren Eindruck von den Vorgängen bei Gerichtsverhandlungen.

Bei der ersten Verhandlung ging es um „Fahren ohne Fahrerlaubnis“. Der Angeklagte war dabei erwischt worden ein Moped mit 50 Kilometer/Stunde gefahren zu haben. Das Moped war nicht nur schneller als erlaubt, sondern es stellte sich heraus, dass der Angeklagte auch keinen Führerschein hatte. Da der Angeklagte sich wegen eines anderen Delikts auf Bewährung befand, kam der Fall vor Gericht und es gab eine Geldstrafe und eine Verlängerung der Bewährungszeit.

Im zweiten Fall war ein junger Mann angeklagt sich die Beförderung bei der Deutschen Bahn erschlichen zu haben. Er hatte dafür einen Mitarbeiterausweis gefälscht und eine Mitarbeiterweste der Bahn angezogen. Da der Angeklagte bereits vorbestraft war, wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Im dritten Fall ging es um einen Mann, der einer Frau über mehrere Tage nachstellte, sie beobachtete und sogar auf ihr Grundstück eindrang. Der Mann hatte viele Ausreden für sein Verhalten parat, was die Richterin ihm aber nicht durchgehen ließ, sodass auch er verurteilt wurde.

Im Anschluss an die Gerichtsverhandlungen nahm sich die Richterin noch fast eine ganze Stunde Zeit, um alle unsere Fragen zu beantworten.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung das Gericht zu besuchen, nicht nur weil der normale Unterricht dafür teilweise ausfiel! Durch die Exkursion haben wir einen guten Einblick in die Berufe von Richtern, Staatsanwälten und Protokollanten bekommen und der ein oder andere hat jetzt vielleicht Interesse an so einem Beruf. Aber wir haben auch mitbekommen, wie schwer es manchmal sein kann gerecht zu sein und Berufs- und Privatleben voneinander zu trennen, wenn man als Richterin über die Existenz von Menschen entscheiden muss. Außerdem wurde uns der Unterschied zwischen Meinung und Urteil klar, in das nämlich alle belastenden und entlastenden Argumente einfließen müssen. Wir können einen Besuch vor Gericht auf jeden Fall empfehlen! Man kann das nicht nur als Schulklasse machen, sondern auch als Privatperson bei öffentlichen Verhandlungen. Es ist weniger dramatisch als die Gerichtsverhandlungen, die man aus dem Fernsehen kennt, aber auf keinen Fall langweiliger!

Ulrich Vomhof