Unterricht im Schnee

Auf ins Zillertal: Eine Woche lang haben fast hundert Schülerinnen und Schüler beim Wintersportprojekt gelernt, sich auf den Brettern zu halten.
Gruppenfoto

 

Das Wintersportprojekt der Johann-Conrad-Schlaun Gesamtschule fand in diesem Jahr bereits zum 14. Mal statt. Die 95 Schülerinnen und Schüler, 1 Lehrerin und 6 Lehrer, 1 Referendarin und ein Referendar sowie 12 weitere Betreuerinnen und Betreuer (Elternoder ehemalige Schüler) machten sich am 17.01.2014 auf den Weg ins österreichische Zillertal und machten die Fahrt durch ihre gute Motivation, viel Talent, Zeit und Schweiß zu einem vollen Erfolg.

Lange vor der Fahrt begannen gründlichen Vorbereitungen. Unter der Leitung von Herrn Effelsberg, Herrn Herold und Herrn Reinbott – leider konnte Frau Wulfekammer dieses Jahr nicht teilnehmen – leisteten die Schülerinnen und Schüler an einigen Samstagen Extraschichten. Sie hielten beispielsweise Referate über die ökologischen Auswirkungen des Ski-Tourismus oder über Verhaltensregeln für einen sicheren Wintersport. Auch brennende Oberschenkel und verkrampfte Gesichter gehörten bei den praktischen Übungen dazu. Doch Schüler und Lehrer bissen sich tapfer durch das Programm, um Körper und Geist für die anstehende Fahrt zu stählen.

 

„In der Schulzeit kann ich aber länger schlafen!“

 

Zum Abschluss der langen Vorbereitungszeit trafen sich alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Frühstück. Die Tische mit der besten Dekoration gewannen die freie Wahl des Sitzplatzes im Bus – also Gruppenkuscheln auf der Rückbank.

Am Freitagabend ging es endlich los. Zwei Busse brachten uns über Nacht zur Unterkunft im Alpenhof nach Brixlegg. Der Vormittag wurde für die Organisation genutzt. Ski und Snowboards wurden ausgeliehen, Wasser gekauft und die Zimmer bezogen. Am Nachmittag machten sich die wenigen Schlafstunden bemerkbar, sodass die meisten Schülerinnen und Schüler sich zunächst etwas ausruhten. Die Lehrer, Eltern und betreuenden Schüler erkundeten währenddessen das Skigebiet in Kaltenbach. Die Pisten wurden begutachtet und der Unterricht für die nächsten Tage geplant.

 

Boarder

 

Wie an jedem Tag wurden wir am Sonntag in aller Früh von unserem Bus abgeholt. „In der Schulzeit kann ich aber länger schlafen!“ Das stellten die meisten der Schülerinnen und Schüler fest. Doch alle Müdigkeit war wie verflogen als wir auf der Piste ankamen. Sowohl die Anfänger, als auch die alten „Schnee-Hasen“ waren gleichermaßen vom Anblick begeistert, den die schneebedeckten Berge lieferten. Und so wurde nach einem gemeinsamen Aufwärmen gleich durchgestartet. In Kleingruppen wurde je nach Leistungsstand fleißig geübt.

Ein herzlicher Dank gilt dabei nochmals den Eltern und ehemaligen Schülern, die sehr engagiert und kompetent auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingingen und so die Lehrkräfte tatkräftig unterstützten.

Für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse stand während der Fahrt die Verbesserung der eigenen sportmotorischen Fähigkeiten im Vordergrund. Die Oberstufenschüler hatten noch weitere Aufgaben – wie die fachpraktische Prüfung-, die sie mit Bravour meisterten. Erfahrene Oberstufenschüler bewiesen sich als geduldige „Lehrlinge“ in der Rolle als unterstützende Übungsleiter für die Anfänger und standen diesen während der gesamten Fahrt mit zahlreichen Tipps und Tricks zur Seite. Der Austausch ging weit über die gemeinsame Zeit auf der Piste hinaus. Häufig saßen die Schüler noch abends im Alpenhof beisammen und diskutierten ihre gesammelten Erfahrungen des Tages, analysierten die Videoaufnahmen und gaben sich gegenseitig Ratschläge.

 

FunPark

 

Am Donnerstag wurde es dann richtig spannend. Einige Oberstufenschüler hatten eine tolle Skirallye organisiert, welche die restlichen Teilnehmer vor eine Reihe kniffliger Aufgaben stellte. Es mussten rohe Eier transportiert, Skulpturen aus Eis und Schnee geformt, Schneebälle geworfen, gedichtet, geschuftet und gebuddelt werden. Am Ende setzte sich die Gruppe um Herrn Johannknecht – die Kinderschnecklis – in einem Kopf-an-Kopf-Rennen durch. Die Sieger wurden nach dem Abendbrot zu Recht mit Preisen überschüttet. Glückwunsch!

 

Ski-Fahrer

 

Aber Zeit zum Ausruhen blieb nicht. Der Skigott bat um unser Erscheinen. Angeführt von Philipp F. wanderten wir mit flammenden Fackeln zur naheliegenden Burgruine, an der alle Frischlinge der Berge durch ein geheimes Taufritual in den Kreis der Pistenbezwinger aufgenommen wurden.

Am letzten Skitag – so ist es Tradition – durften die Skigruppen frei zusammengestellt und die Betreuer gewünscht werden. Die meisten blieben aufgrund der guten Erfahrungen bei ihren Ski- und Snowboardlehrer, die sie aus der zurückliegenden Woche bereits kannten. Bei starkem Schneefall und schlechter Sicht, mussten alle Beteiligten ihr ganzes Können aufbringen, um ohne Stürze talwärts zu rauschen. Wurde doch der eine oder andere Buckel auf der Piste übersehen, so fiel man an diesem Tag wenigstens weich…

Am 25.01.2014 kamen wir dann müde aber sehr zufrieden und glücklicherweise auch ohne schlimmere Verletzungen wieder in der Heimat an.

Ulrich Vomhof